Olympiasiegerin Laura Collet vertraut auf Mineralfutter von NAF
Olympiasiegerin Laura Collet vertraut auf Mineralfutter von NAF

Braucht mein Pferd ein Mineralfutter?

Kurzantwort: Ein Pferd braucht zusätzliche Vitamine und Mineralien, wenn seine tägliche Ration aus Heu, Weidegras und gegebenenfalls Kraftfutter den Bedarf an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen nicht vollständig deckt. Das ist in der Praxis häufig der Fall. Ein passender Vollergänzer schließt Versorgungslücken, ohne unnötig viel Zucker, Stärke und Energie zu liefern.

Raufutter als Basis

Heu, Gras und anderes Raufutter bilden die Grundlage jeder pferdegerechten Fütterung. Ausreichend Rohfaser, regelmäßiges Kauen und die damit verbundene Speichelproduktion sind für das sensible Verdauungssystem des Pferdes besonders wichtig. Ob das Grundfutter ein Pferd auch mit allen Nährstoffen in passender Menge versorgt, hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Alter, Haltung, Trainingsumfang, Weidegang, Grundfutter und weitere Futtermittel spielen dabei zusammen. Deshalb ist Mineralfutter keine Frage von „viel hilft viel“, sondern von einer Ration, die zum individuellen Bedarf des Pferdes passt.

Warum Heu und Gras nicht immer ausreichen

Der Nährstoffgehalt von Heu und Weidegras kann deutlich schwanken. Boden, Pflanzenbestand, Witterung, Erntezeitpunkt, Trocknung und Lagerdauer beeinflussen, welche Nährstoffe im Grundfutter enthalten sind und in welcher Menge sie dem Pferd zur Verfügung stehen.

Viele Wiesen sind heute weniger vielfältig als früher. Wo einst unterschiedliche Gräser, Kräuter und Pflanzen wuchsen, dominieren häufig nur wenige Grasarten. Dadurch kann auch die natürliche Vielfalt an Nährstoffen im Grundfutter geringer ausfallen. Hinzu kommt, dass intensiv genutzte oder einseitig versorgte Böden einzelne Nährstoffe nicht immer in ausreichender Menge bereitstellen. Die Pflanzen können diese dann nur eingeschränkt aufnehmen.

Pferde auf satter Wiesenkoppel: Gras und Heu bilden die Basis der pferdegerechten Fütterung.

Heuqualität richtig einschätzen

Gerade nach trockenen Vegetationsperioden lohnt es sich, die neue Heuernte genauer zu betrachten. Trockenheit kann Ertrag, Pflanzenbestand und Nährstoffgehalte zusätzlich verändern. Das bedeutet nicht, dass Heu aus einem trockenen Jahr automatisch eine schlechte Qualität hat. Aussehen und Geruch zeigen jedoch nicht zuverlässig, ob die Versorgung mit allen Mineralstoffen und Spurenelementen bedarfsgerecht ist.

Bei Unsicherheit kann eine Heuanalyse eine wertvolle Grundlage für die weitere Fütterung bieten. Ein Blutbild kann bei bestimmten Fragestellungen ergänzend sinnvoll sein, ersetzt jedoch keine Prüfung der gesamten Ration. Besonders mit dem Ende der Weidesaison, über die Wintermonate und im Fellwechsel lohnt es sich, die Versorgung des Pferdes neu zu bewerten und bei Bedarf gezielt mit Vitaminen und Mineralstoffen zu ergänzen.

Warum mehr mineralisiertes Kraftfutter keine Lösung ist

Pferdebesitzerin mit Futtereimer im Stall – Mineralfutter gezielt in die tägliche Ration integrieren

Viele Müslis und Kraftfutter enthalten bereits Vitamine und Mineralstoffe. Die angegebene Versorgung wird jedoch meist erst erreicht, wenn die volle empfohlene Tagesmenge gefüttert wird. Für viele Freizeitpferde und leichtfuttrige Pferde ist diese Menge energetisch gar nicht nötig.

Wer die Kraftfuttermenge nur erhöht, um mehr Mineralstoffe zuzuführen, liefert gleichzeitig auch mehr Energie, Zucker und Stärke. Das kann die Ration unnötig belasten. Ein konzentriertes Mineralfutter oder ein hochwertiger Vollergänzer kann mögliche Versorgungslücken gezielter schließen, ohne zusätzlich viel Energie zu liefern.

Was zeichnet ein gutes Mineralfutter für Pferde aus?

Ein gutes Mineralfutter liefert nicht einfach möglichst viele einzelne Inhaltsstoffe. Entscheidend sind eine bedarfsgerechte Dosierung, eine gute Verfügbarkeit und ein sinnvoll abgestimmtes Verhältnis der Nährstoffe. Denn einige Nährstoffe ergänzen sich in ihrer Funktion, andere können sich bei ungünstiger Kombination gegenseitig beeinflussen. Warum die Kombination von Inhaltsstoffen bei Ergänzungsfuttermitteln entscheidend ist, erklären wir ausführlich im Artikel Synergien in Zusatzfutter.

Die gesamte Ration im Blick

Ein Mineralfutter wirkt am besten als Teil einer durchdachten Gesamtration. Werden Müsli, Mineralfutter und Einzelpräparate kombiniert, können sich einzelne Nährstoffe unnötig summieren. Prüfen Sie deshalb immer die Gesamtmengen – besonders bei Spurenelementen, die nur in engen Mengenbereichen sinnvoll ergänzt werden.

Pferd beschnuppert Mineralfutter im Stall

Welche Nährstoffe sind besonders wichtig?

Mineralfutter ergänzt nicht einen einzelnen „Wundernährstoff“, sondern eine abgestimmte Mischung. Zu den zentralen Bestandteilen zählen:

  • Calcium, Phosphor und Magnesium: wichtig für Knochen, Zähne, Muskeln und Nerven.
  • Natrium, Chlorid und Kalium: wichtig für Flüssigkeitshaushalt, Nerven und Muskeln.
  • Zink, Kupfer, Selen, Jod und Mangan: für zahlreiche Stoffwechselprozesse, unter anderem für Haut, Fell, Hufe, Muskeln, Immunsystem und Schilddrüse.
  • Vitamin A, B-Vitamine, Vitamin D und Vitamin E: für Stoffwechsel, Zellschutz, Muskeln, Haut und die körpereigene Abwehr.

Welche Nährstoffe Ihr Pferd in welcher Menge benötigt, hängt von seiner gesamten Ration und seiner Lebensphase ab. Eine ausführliche Übersicht der einzelnen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie passende Produkte finden Sie in unserer Kategorie Vitamine & Mineralstoffe für Pferde.

Fazit: Mineralfutter schließt gezielt Versorgungslücken

Ob ein Pferd Mineralfutter braucht, lässt sich nur im Zusammenhang mit seiner gesamten Ration beantworten. Heu und Gras bleiben die unverzichtbare Basis, decken den Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen aber nicht immer vollständig. Mehr Kraftfutter ist bei einer Nährstofflücke meist nicht die beste Lösung, weil damit auch mehr Energie, Zucker und Stärke in die Ration gelangen.

Ein bedarfsgerecht ausgewähltes Mineralfutter ergänzt die tägliche Fütterung gezielt und passend zu Alter, Nutzung und Lebensphase. In unserer Kategorie „Vitamine & Mineralstoffe für Pferde“ finden Sie abgestimmte Produkte für unterschiedliche Bedürfnisse.

Jedes Pferd ist anders. Sie sind unsicher, welches Mineralfutter und welche Tagesmenge zu Ihrem Pferd passen? Das Pferdperfekt-Team berät Sie gerne persönlich.

Häufige Fragen zu Mineralfutter für Pferde

Nachfolgend beantworten wir häufige Fragen rund um Mineralfutter, die tägliche Ration und eine bedarfsgerechte Versorgung.

Welche Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine braucht ein Pferd?

Welche Nährstoffe Ihr Pferd in welcher Menge benötigt, hängt von seiner gesamten Ration, seinem Alter, seiner Nutzung und seiner Lebensphase ab. Eine ausführliche Übersicht der einzelnen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie passende Produkte finden Sie in unserer Kategorie „Vitamine & Mineralstoffe für Pferde“unterhalb unserer Produkte.

Stumpfes Fell, brüchige Hufe, Leistungsschwäche, Muskelprobleme, Gewichtsveränderungen oder eine erhöhte Infektanfälligkeit können Hinweise sein. Sie sind jedoch unspezifisch und beweisen keinen Mineralstoff- oder Vitaminmangel, da viele andere Ursachen dahinterstecken können.

Bei einem konkreten Verdacht sollte deshalb nicht auf gut Glück hoch dosiert ergänzt werden. Sinnvoll sind eine fachkundige Überprüfung der gesamten Ration, bei Bedarf eine Heuanalyse und – abhängig von den Beschwerden – eine tierärztliche Untersuchung. Ein Blutbild kann bei bestimmten Fragestellungen ergänzend helfen, bildet die Versorgung mit allen Nährstoffen jedoch nicht gleichermaßen zuverlässig ab.

Eine Rationsprüfung lohnt sich nicht erst, wenn sichtbare Probleme auftreten. Besonders sinnvoll ist sie:

  • bei „auffälliger“ Heuqualität
  • am Ende der Weidesaison und in den Wintermonaten
  • bei verändertem Trainingsumfang oder höherer Belastung
  • bei Gewichtsveränderungen oder einer Anpassung der Kraftfuttermenge
  • bei Pferden im Wachstum, in der Zucht oder im höheren Alter
  • wenn bereits mehrere Ergänzungsfuttermittel gefüttert werde

Nicht automatisch jedes Pferd, aber sehr viele Pferde benötigen eine Ergänzung. Entscheidend ist, ob Heu, Gras, Kraftfutter und weitere Futtermittel den individuellen Bedarf vollständig decken. 

Das passende Produkt richtet sich nach Grundration, Energiebedarf, Arbeitsleistung und Lebensphase. Ein Allrounder für ein gesundes Freizeitpferd muss andere Schwerpunkte setzen als ein Vollergänzer für ein Sportpferd, einen Senior oder eine Zuchtstute.

  • Freizeitpferde und leichtfuttrige Pferde brauchen meist eine konzentrierte Versorgung mit wenig zusätzlicher Energie.

  • Sportpferde haben je nach Trainingsumfang einen veränderten Bedarf, unter anderem an Antioxidantien und Nährstoffen für Energie- und Muskelstoffwechsel.

  • Senioren profitieren von einer Rezeptur, die altersbedingte Veränderungen bei Verdauung, Nährstoffaufnahme und Kondition berücksichtigt.

  • Zuchtstuten, Fohlen und Jährlinge benötigen eine bedarfsgerechte Versorgung für Trächtigkeit, Milchbildung, Wachstum und eine gesunde Entwicklung von Knochen und Gewebe.

  • Pferde im Fellwechsel können zeitweise einen erhöhten Bedarf an ausgewählten Nährstoffen haben, die Haut, Fell und Stoffwechsel unterstützen.

In unserer Kategorie „Vitamine & Mineralstoffe für Pferde finden Sie abgestimmte Vollergänzer für unterschiedliche Ansprüche – vom Allrounder über Produkte für Sport- und Freizeitpferde bis zu Lösungen für Senioren, Zuchtstuten, Fohlen und Jährlinge.

Gerade Pferde, die hauptsächlich Heu und Gras erhalten, können Mineralfutter benötigen. Raufutter liefert wertvolle Rohfaser und bildet die Fütterungsbasis, deckt aber nicht zwangsläufig alle Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine bedarfsgerecht ab.

Nein. Ein Salzleckstein liefert in erster Linie Natrium und Chlorid. Er ersetzt kein ausgewogenes Mineralfutter mit Vitaminen, Mengenelementen und Spurenelementen.

Ja. Vor allem mehrere gleichzeitig gefütterte, mineralisierte Produkte können zu einer Überversorgung oder zu ungünstigen Nährstoffverhältnissen führen. Deshalb sollten alle Bestandteile der Ration gemeinsam betrachtet und Dosierempfehlungen eingehalten werden.

Das hängt vom Ausgangszustand, dem jeweiligen Nährstoff und dem Ziel der Fütterung ab. Eine bedarfsgerechte Versorgung unterstützt laufende Stoffwechselprozesse; sichtbare Veränderungen an Fell oder Hufen benötigen naturgemäß Zeit. Hoch dosierte Gaben beschleunigen den Prozess nicht und können riskant sein.